Auslese

Auslese · 12. April 2020
Ich wünsche Dir und Deinen Lieben Frohe Ostern! 🔥 Ich möchte warten können. Auf mich und was ich werde. Auch auf die Dinge, die uns alles abverlangen, auf Freude, die am Schmerz gewachsen ist, auf Menschlichkeit, die sich nicht selbst bedauert. Ich will der Gutheit jedes Morgens trauen, will mich an die vielen Zeichen erinnern, die freundlich an den Rändern meiner Wege lagen als Spuren einer Weisheit, die mich hält. Ich möchte glauben können. Nicht an die Dinge, die ich nicht...
Auslese · 10. April 2020
Auch das ist Dein Kreuz, dass die Fragen der Zeit Dich ahnungslos finden, dass Deine Hände blind den Ton des Tages formen, und dass Du mit den wilden Tieren der Freiheit allein bist in der Höhlung der Nacht. Auch das ist Dein Kreuz, dass Du verwundbar bist wie jedes Wasser, wie jede Erde, jeder Wind, dass Wort und Blick und mehr noch das Vergessen genug sind, Dich zu Fall zu bringen. Auch das ist Dein Kreuz, dass Du vergebens nach der Unschuld trachtest, dass Deine ungereifte Menschlichkeit...

Auslese · 01. November 2019
Die Menschen, die mich am tiefsten berührt und bewegt haben, das waren nicht diejenigen, die von Erwachen sprachen, nicht diejenigen, die Gott verkündigen, nicht die, die mir erklären wollen, wie mein Leben in Ordnung kommt. Es waren nicht die, die den Anspruch hatten, mich zu heilen, oder solche die glaubten es besser zu wissen. Es waren nicht die, die auf alles eine Antwort haben und auch nicht die, die jede schmerzliche Situation überlegen anzulächeln trachteten. Es waren keine...
Auslese · 19. April 2019
Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen. Die erste und tiefste Wunde des Menschen: die Trennung. Dem Dunkel des bergenden Mutterschoßes entrissen. Getrennt von der Schnur, die uns vereinte. Getrennt vom Empfinden, Welt zu sein. Getrennt vom Freund, der geht, vom Geliebten, der uns verlässt, getrennt vom Glauben, der unerschütterlich schien, und von der Freude, die kein Ende ahnen liess. Getrennt von uns selbst in tausend inneren Kämpfen. Alles Werden ist ein Werden in die...

Auslese · 18. April 2019
es leuchtet erst der liebe ein dass unser knie zu beugen uns aufrichtet zu unserer wahren gestalt. und erst die liebe heisst begreifen dass jedes wort in dem wir unsere heimat suchen am du geduldig wachsen muss. und da die liebe auf das kleine und auf das suchen aller schritte blickt schaut sie den himmel in der mitte aller dinge.
Auslese · 21. Dezember 2018
Wintersonnenwendezeit Das Licht kehrt zurück. Nun lass auch Du das alte Dunkel hinter Dir. Leg Deine Trauer in das Wunder jedes Morgens. Auch die Tage Deiner Seele werden länger. Erlaube Deinen Kräften, anzuwachsen, bis sie wie Gräser aufrecht in der Sonne stehen. An jedem Umkehrpunkt beginnt das Leben mit neuer Lust um Dich zu werben. Brich auf. Es ist Zeit.

Auslese · 28. September 2018
Wo willst Du Deine Müdigkeit hinlegen wenn nicht in Gottes Ruhen, wohin Deinen Eifer wenn nicht in die Stürme des Herbst. Wo knurrt Dein Hunger wenn nicht im Brennen der Fragen, wo seufzt Deine Reue wenn nicht an den steinernen Türmen der Versäumnisse. Du bist nicht Innenwelt, Du liegst ausgestreckt über der wunden Erde, weizengelb bist Du den Raben ausgesetzt, und die Sohlen der Menschen ebnen Wege auf Deiner Haut. Du bist Welt, die sich die Pforte zum Alleinsein zugesperrt hat, aus Liebe...
Auslese · 17. August 2018
Wir haben die Hände zahllose male nach dem Rettenden ausgestreckt, das wir hinter überwältigender Größe und zwingender Macht erwarteten - nicht nur unsere Religionen, auch unsere Heldenfantasien sind voll davon. Wie oft aber sind wir dabei ins Kleinste gefallen, hinein in die Ohnmacht des Schwachen, hinein in die Zweck- und Nutzlosigkeit des Schönen, hinein noch in die Arglosigkeit und Unschuld, die nichts von unseren Kämpfen weiss. Und fühlten dabei: das Rettende ist längst da,...

Auslese · 07. August 2018
Dank ist ein leiser Vogel. Er wacht im Blick, der staunen kann. Er baut sein Nest unter den hängenden Gärten argloser Gegenwärtigkeit. Seine Flügel, die starken, breitet er auf den Zweigen des Wartenkönnens. Er kreist an Himmeln aus denen atmende Weite wie Regen in offene Sinne fällt. Über den goldenen Ähren, und unter erloschenen Sternen, zwischen zwei Händen die einander suchen wandert wie betend sein Lied.
Auslese · 14. Juli 2018
Nimm die Welt in Dein Herz. Lass sie für einen Atemzug in Deiner Leibesmitte kranken. Umspanne sie mit Deiner dünn gewordnen Haut als Zelt, in dem sie ihre Wunden salben kann. Alle Lasten ihrer ungesagten Worte bewahre tief im dunklen Schweigeraum. Vielleicht bist Du der Welt in ihrem schweren Wandern die lang ersehnte Ruhekammer. Vielleicht liegt morgen schon auf ihren selbstvergessnen Schritten der Segen Deiner Gegenwärtigkeit.

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