Zur Person


Ich schätze mich glücklich, Geisteswissenschaftlerin und Künstlerin zu sein. Mir die Welt zu erschließen, mit Freude an Erkenntnis und Mut zur scharfen Analyse. Gleichzeitig der Welt und ihrem Unsagbaren mit der Sprache der Kunst zu begegnen. Für mich sind Geisteswissenschaft und Kunst wie meine beiden Hände, die in die Welt reichen, auf der Suche nach dem Wesen der Dinge. Und was sie beide vereint, ist das Gebet.

Meine Arbeit ist natürliche Konsequenz dieser Innenwelt: hier ist Raum für Erkenntnis, schöpferischen Ausdruck und eine Mystik des Alltags.

 

„Klanggebet“ heisst mein Projekt nicht nur, weil ich spirituelle Lieder komponiere und singe, sondern weil der Mensch der betet, klingt. Im Hinduismus gibt es ein wunderschönes Bild dafür: Krishna spielt die Flöte, und diese Flöte ist das menschliche Herz.

 

Auch als Autorin möchte ich das Wort zum Klingen bringen. In meinem Gedichtband "Dorn der Liebe" (echter Verlag 2015) trägt das Beten viele Gesichter: angesichts der Natur, der Verbundenheit mit dem Nächsten, des Zwiegesprächs mit Gott, aber auch inmitten der dunklen Nacht der Seele und im Wissen um die eigene Sterblichkeit.

Meine Wurzeln liegen in der christlichen Mystik. Die schönsten Bildungsjahre verbrachte ich bei den Jesuiten. Ich habe viele Jahre enge Kontakte zu Klöstern gepflegt und mich mit monastischer Spiritualität vertraut gemacht. Schweigeexerzitien gehörten zu meinen regelmäßigen spirituellen Übungen. Es wurde mir wichtig, all diese Schätze spiritueller Herzensbildung aus den Orden und den geistlichen Milieus in die Welt zu tragen.  Heute empfinde ich eine wachsende Freude daran, die Schätze der christlichen Tradition neu zu bergen, und sie auch für jene fruchtbar zu machen, die Grenzgänger sind, innerhalb der Konfession, oder innerhalb einer „freien“ spirituellen Szene.

Nach meinem Germanistik- und Philosophiestudium habe ich mich mit Sufismus und Zen vertraut gemacht, und mir ein tiefes Verständnis schamanischer Praxis erschlossen. Es gibt so viele erstaunliche Übereinstimmungen in menschlichen spirituellen Traditionen, dass man allein davon ein tiefes Empfinden von Brüderlichkeit erlangen kann.

Es ist mir ein Anliegen, zeitgemäße Andachtspraxis und Erdverbundenheit zu vermitteln. Dabei darf ich aus meiner mehr als 25jährigen Gebetspraxis ebenso schöpfen wie aus acht Jahren spiritueller Wegbegleitung.
Ich freue mich auf Sie.