Zur Person


Ich schätze mich glücklich, Geisteswissenschaftlerin und Künstlerin zu sein. Mir die Welt zu erschließen, mit Freude an Erkenntnis und Mut zur scharfen Analyse, und zugleich der Welt und dem Unsagbaren mit der Sprache der Kunst zu begegnen. Für mich sind Geisteswissenschaft und Kunst wie meine beiden Hände, die in die Welt reichen, auf der Suche nach dem Wesen der Dinge.

 

Die Sehnsucht nach dem Wesen der Dinge war es auch, die mich in jungen Jahren zum Gebet und in die bildgewaltige Welt christlicher Spiritualität führte. Ich staune immer wieder darüber, wie viel Neues ich immer wieder und immer noch darin entdecke.

„Klanggebet“ heisst mein Projekt nicht nur, weil ich spirituelle Lieder komponiere und singe, sondern weil der Mensch der betet, klingt. Im Hinduismus gibt es ein wunderschönes Bild dafür: Krishna spielt die Flöte, und diese Flöte ist das menschliche Herz.

 

Auch als Autorin möchte ich das Wort zum Klingen bringen. In meinem Gedichtband "Dorn der Liebe" (echter Verlag 2015) trägt das Beten viele Gesichter: angesichts der Natur, der Verbundenheit mit dem Nächsten, des Zwiegesprächs mit Gott, aber auch inmitten der dunklen Nacht der Seele und im Wissen um die eigene Sterblichkeit. In meinem aktuellen Buch "In deiner Weite lass mich Atem holen", das 2018 im Vier Türme Verlag erschien, tauche ich in die reiche und heilsame Welt des Segens ein.

Meine Wurzeln liegen in der christlichen Mystik. Die schönsten Bildungsjahre verbrachte ich bei den Jesuiten. Ich habe viele Jahre enge Kontakte zu Klöstern gepflegt und mich mit monastischer Spiritualität vertraut gemacht - lange hegte ich den Wunsch, selbst Ordensfrau zu werden.

 

Schweigeexerzitien gehörten zu meinen regelmäßigen spirituellen Übungen. Es wurde mir wichtig, all diese Schätze spiritueller Herzensbildung aus den Klöstern und den weich gebeteten Hinterzimmern so vieler frommer Menschen, denen ich begegnen durfte, in die Welt zu tragen.  Heute empfinde ich eine wachsende Freude daran, die Schätze der christlichen Tradition neu zu bergen, und sie auch für jene fruchtbar zu machen, die Grenzgänger sind, innerhalb der Konfession, oder innerhalb einer „freien“ spirituellen Szene.

Nach meinem Germanistik- und Philosophiestudium machte ich mich tiefer mit den mystischen Wegen der großen Religionen vertraut, und erschloss mir ein tiefes Verständnis schamanischer Praxis. Es gibt so viele erstaunliche Übereinstimmungen auf diesen Wegen, dass man allein davon ein tiefes Empfinden von Geschwisterlichkeit erlangen kann. Und es gibt eine wichtige und kostbare Differenz zwischen den spirituellen Traditionen, die wir achten und tiefer verstehen müssen.

Es ist mir ein Anliegen, zeitgemäße Andachtspraxis Gott- und Erdverbundenheit zu vermitteln. Ohne Angst vor Differenz, ohne Dogmatismus und auch ohne Beliebigkeit. Dabei darf ich aus meiner über 30jährigen Gebetspraxis ebenso schöpfen wie aus zehn Jahren spiritueller Wegbegleitung.
Ich freue mich auf Sie.