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Notizen zu Corona II: Warum es wichtig ist, das Fürchten zu lernen

Während die Wochen im Griff der Corona-Krise verstreichen, wird mir im Blick auf mich selbst und Andere eines immer deutlicher: wie wichtig es ist, das Fürchten zu lernen.

Vom ersten bangen Blick ins coronageplagte Ausland über Merkels erste Ansprache und den Lockdown, die Justierung von Ausgangsbeschränkungen, Kontaktsperren bis hin zu den täglichen mathematischen Kapriolen angesichts der Frage, ob die Intensivbetten, Beatmungsgeräte und personelle Ressourcen hierzulande ausreichen werden, um die wachsenden Ströme schwer Erkrankter zu bewältigen, hat sich etwas breit gemacht, was eine kanadische Professorin dieser Tage "Produktivitätsporno" nannte.

Blicken wir in die sozialen Medien, so finden wir in diesen Wochen zahllose Videoimpulse, To Do Listen, Anleitungen zum Vermeiden von Hüttenkoller, Anleitungen zum Praktizieren von Homeoffice, von Körperertüchtigung, von produktivem Zeitmangement, wir finden DIY Videos zur Wohnungsgestaltung, Gartenbau, zur idealen Verwertung von gehamstertem Mehl und nicht zuletzt zahllose Videos, die die neu gewonnene Entschleunigung preisen und zum Sprungbrett in eine neue Weltordnung küren.

Bitte versteht mich recht: ich möchte niemandem, der diese bange Zeit dazu nutzt, seine Wohnung zu streichen, die Kinder zu bespaßen oder Webinar-Technik zu verinnerlichen, in seinen Bemühungen kritisieren oder diskreditieren.

Was ich aber wichtig auszusprechen finde, sind zwei Dinge:

Erstens ist diese Handlungsrage für sehr viele Menschen weniger Ausdruck einer befreiten Kreativität und urplötzlich entfesselten Energie, sondern viel eher eine Coping Strategy, also eine Bewältigungsstrategie im Umgang mit einer als traumatisch erlebten Krise.

Zweitens liegt unter dieser ganzen Betriebsamkeit, diesem Lärm der Dauerbeschäftigung, etwas was wir nicht allzugern aussprechen: eine bodenlose Angst.

Diese bodenlose Angst ist nichts, dessen wir uns schämen müssten. Viel eher müssten wir uns fragen, was mit uns denn nicht stimmte, wenn wir angesichts der weltumspannenden Krise gerade nicht so etwas empfinden würden wie eine uns völlig neue grundlegende Furcht, eine Furcht überdies, die ganz klar benennt, was wir alle am Grunde unseres Herzens wissen: dass die Welt in die wir gern zurückkehren würden, nicht länger Bestand hat.

Vor etwa vier Wochen gingen wir einer Arbeit und einem Sozialleben in einer Wirklichkeit nach, die wir vielleicht nicht in allen Teilen als angenehm oder erfüllend empfanden, doch wenigstens empfanden wir sie als "Normalität". Es war normal, zu reisen, es war normal, zur Arbeit zu gehen, es war normal, seine Verwandten und Freunde sehen zu können, wann immer es uns beliebt. Es war normal, in den Supermarkt zu gehen und zu kaufen was wir brauchen und es war normal, bei gesundheitlichen Problemen zum Arzt zu gehen, in der Apotheke die verschriebenen Medikamente abzuholen und im Ernstfall einen Krankenwagen zu rufen, der uns in die nächstgelegene Klinik transportiert. Es war normal, unsere Alten in Pflegeinrichtungen zu besuchen und bei Sonnenschein in überfüllten Parks auf den Wiesen zu liegen.

Und wieviel uns an dieser Normalität auch immer störte: es blieb doch eine Normalität, eine verlässliche, gleichbleibende Wirklichkeit, in der selbst noch das Unliebsame mit einem Sicherheitsgefühl korrespondiert. Jeder kennt das: auch der Chef, über den wir im Büro mosern, auch die Schwiegermutter, deren Sticheleien uns provozieren, auch der versemmelte Urlaub über den wir uns beschweren, sind oftmals nichts weiter als kleine tragende Säulen unseres Weltbildes und unserer darin entwickelten Identität, an der wir gern festhalten.

Binnen weniger Wochen aber ist vieles, das wir als "normal" begreifen, und das unser Selbst- und Weltbild trägt, ins Wanken geraten. Vieles, worauf wir vertrauten: unsere individuelle Freiheit, unser Platz in der Arbeitswelt und im Familien- und Freundeskreis, unser Gesundheitssystem, unsere Mobilität, unsere Religionsausübung, unsere vergleichsweise zurückhaltende Politik.

Nimmt man Menschen ihr vertrautes Umfeld, ihre verlässlichen Kontakte, ein Stück ihrer Freiheiten und ihre planbaren Perspektiven, reagieren sie mit Angst, Irritation, und auch mit Trauma.

Ausdruck dessen vermisse ich persönlich aber in den vielen Stimmen, die sich nun beim täglichen Sprechen über Corona versammeln, so als sei es ein großes Tabu, als freier, aufgeklärter, selbständiger, mündiger und möglicherweise spiritueller Mensch zu sagen:

"Ich habe Angst. Ich habe solche Angst, dass ich meine Arbeit nicht erledigen kann, selbst wenn mir im Homeoffice Möglichkeiten dazu gegeben sind. Ich habe solche Angst, dass ich mich nicht traue, den Fernseher einzuschalten, oder das Haus zu verlassen, oder mir vernünftiges Essen zu kochen. Ich habe solche Angst, dass ich nicht weiß wie ich meine Kinder beruhigen soll. Ich habe solche Angst, dass ich es nicht mal mehr schaffe, mich zu konzentrieren, Sport zu treiben, oder überhaupt aus dem Bett aufzustehen und die Vorhänge aufzuziehen. Ich habe derzeit einen Ruhepuls von 90. Ich habe solche Angst, dass ich gelähmt bin und nicht weiss, wie es weitergehen soll. Ich fühle mich verletzlich, angreifbar, und nicht selten einsam."

Die wenigen, die sich trauen, diese Dinge auszusprechen, so beobachte ich wenigstens in den sozialen Medien, sind oft Menschen, die ohnehin unter Angststörungen leiden, die ohnehin psychisch fragil sind, solche die es schon in vermeintlicher Normalität und Sicherheit auszusprechen wagten, dass sie der Betriebsamkeit der Welt nicht gewachsen sind und dass sie sich als Abgehängte eines vermeintlich gut laufenden Systems begreifen.

Aber in diesen Zeiten Angst zu haben, das ist kein Monopol angstgestörter Individuen, das ist nicht jenen vorbehalten, die immer schon mit Depressionsneigung zu tun hatten, in diesen Zeiten Angst zu haben, das steht jedem Menschen zu, und erst wenn wir uns selbst das zugestünden, erst wenn wir es wagten zu sagen, dass wir keinen Halt haben und dass selbst unsere spirituellen Praktiken und Glaubensgerüste uns derzeit nicht tragen, wäre nach meinem Ermessen der Boden bereitet, um darauf irgendwann - wenn in ganz individuellem Tempo für jeden die Zeit gekommen ist - Bewältigungsstrategien zu entwickeln, und aus der erlebten Ohnmacht wieder aufzustehen.

Es ist ein wenig wie in der Trauer - und ich will betonen, dass der Abschied von einer Vorstellung, einer Routine und erfahrenen Sicherheiten immer auch Trauerprozesse auslöst: Nach dem Verlust einer geliebten Person erleben viele Menschen zunächst so etwas wie einen Energieschub, manchmal beinahe einen euphorischen Zustand, fast so als trete das Gefühl, lebendig zu sein, aus dem Schatten des Todes in ein neues, strahlendes Licht. Und so sehr dieses Erleben Teil eines Trauerprozesses und legitim ist, so bedenklich wäre es doch, in diesem Gefühl verbleiben zu wollen, ohne sich anzuschauen, wovon dieses Gefühl in immer wiederkehrenden Wellen auch flankiert wird: von Haltlosigkeit, von Schmerz, von Sehnsucht und Erschöpfung.

Wer derzeit den Blick in die weite Welt wagt, der kommt sehr schnell über die Grenze der Frage nach dem eigenen Wohlergehen hinaus. Die Frage, ob für alle Verwandte, Freunde und einen selbst genug Krankenhauskapazitäten vorhanden sein werden, ist nur eine Frage unter vielen. Denn wenn wir hierzulande, mit einem der besten und reichsten Gesundheitssysteme weltweit, schon in solcher Sorge sind, dann begreifen wir, dass zahllose Menschen auf dieser Welt die Wucht der Pandemie auf ganz andere Art zu spüren bekommen und bekommen werden, als wir. Was geschieht gerade in Indien, in Afrika, im Camp Moria? Wieviele Tote werden jene zu beklagen haben, die nicht mal ansatzweise ihren Hunger, Durst und ihren Bedarf an medizinischer Betreuung werden stillen können? Wieviele Ungerechtigkeiten treten nun zu Tage, die wir sonst erfolgreich verdrängen? Manch einer sagt, wir sässen nun wegen dieser Pandemie alle im selben Boot. Das könnte aber beschönigender nicht sein: denn das Boot, in dem Arme oder politisch Verfolgte derzeit sitzen, ist ein gänzlich anderes als unseres. Wir winken nur aus der Ferne.

Allein darüber nachzudenken, löst natürlicherweise solchen Schmerz, solches Mitgefühl und so tiefe Ängste aus, dass es nahezu zynisch wirkt, wenn wir hierzulande genussvolle Postings darüber in die Welt setzen, wie heilsam es doch ist, entschleunigt auf dem sonnigen Balkon zu sitzen. Ja, natürlich kann man die aktuelle Lage auf diese Art "reframen", aber wir sollten uns doch bitte klar machen, dass das zum einen ein Privileg, und zum anderen womöglich eine Flucht in eine heile Welt ist.

Auch die vielen medialen Auftritte kirchlicher Institutionen erlebe ich persönlich derzeit als bizarr: da stehen Pfarrer und Pfarrerinnen vor Kameras und versuchen sichtlich bemüht, ein Derivat theologischer Gedanken, verstörend antiquierter Glaubensgewissheiten und massenwirksamer Lebenshilferatschläge anzubieten, als müssten sie angesichts der Krise vor allem sich selbst ihrer Bedeutung versichern, deren Schwund ja schon vor Corona breit diskutiert wurde.

Die Hilflosigkeit dieser Angebote ist für mich fühlbarer als jeder nährende geistliche Impuls, denn wir Menschen neigen nicht selten dazu, anderen die Welt zu erklären, wenn wir uns nicht eingestehen dass uns selbst jede Erklärung abhanden gekommen ist, und wir neigen dazu anderen etwas vorzubeten, wenn wir verdrängen dass uns jedes Gebet selbst im Halse steckenbleibt. Und warum? Weil es uns vermeintlich Sicherheit und Kontrolle verschafft. Der, dem wir vermeintlich helfen, wird so aber instrumentalisiert, und zur Manövriermasse in einem ganz persönlichen Bewältigungsgeschehen, dem wir uns nicht umfassend stellen. Wer beratschlagt, sollte nicht über der Krise stehen, sondern im Feuer der Krise. Es gilt doch heute, was im Grunde schon immer gilt: jemand der nicht durchlitten hat, wovon er spricht, kann nicht glaubwürdig sein.

Die kirchlichen Reflexe sind vielfach so retroromantisch, dass man sich fragen könnte, in welchem Jahrhundert man durch die Coronakrise gelandet ist: da werden päpstlicherseits Bußpredigten mit mittelalterlichen Pestkreuzen, pompösen Monstranzen und Generalablässen flankiert, und pflichtbeflissene Geistliche bitten wahlweise Gott darum, die Pandemie mit seiner starken Hand von der Menschheit zu nehmen oder sie bitten den Menschen, auch in diesen Tagen dankbar zu sein (möglichst mit Liste, zum schriftlichen Fixieren haltgebender Dankbarkeitsgefühle).

Ich persönlich würde es ehrlicher und heilsamer finden, erlaubte sich Kirche, gleich dem Psalmisten von innerer Verwüstung, Angst und Ohnmacht zu sprechen und zu beten. Ein ehrliches de profundis hat für mich eine andere Kraft als eine reflexartige Erinnerung daran, dass "Gott Dich auch berührt, wenn wir uns nicht anfassen können". Ich würde es auch ehrlicher finden, nähme die Kirche ihre Sprachlosigkeit sich so gründlich zu Herzen, dass ihre Sprache buchstäblich versiegt. Mit der Aufforderung zu Dankbarkeit und zum Vertrauen in einen väterlich waltenden Gott, der - gemäß "Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen" - unsere vermisste Normalität jederzeit wiederherstellen könnte, ist meines Erachtens niemandem geholfen. Viel eher werden hier großflächig Gläubige zu regressiven Reflexen aufgefordert, anstatt dazu eingeladen zu werden, überholte Gottes- und Weltbilder gerade jetzt angesichts der Krise ordentlich zerrütten zu lassen und sie zu überwinden - auch und gerade wenn das jetzt bedeuten würde, eine weitere Haltlosigkeit in Kauf zu nehmen.

Ich sagte, wir müssen das Fürchten lernen. Das soll nur eines heißen: die längst vorhandene, zutiefst menschliche und angebrachte Furcht angesichts einer weltweiten Krise zuzulassen, anzuschauen, auszuhalten und ihr den Raum zu geben, den sie braucht, damit wir uns nicht in Verdrängung, Betriebsamkeit und lärmendem Aktionismus verlieren, der nur eine Normalität festhalten oder simulieren will, die es schlicht und ergreifend nicht mehr gibt.

Was können wir also tun?

Zunächst mal der Angst Raum geben. Zugeständnisse machen, die eigene Handlungsunfähigkeit zulassen. Wenn wir gerade nur im Bett liegen können, dann ist das so. Es wird nicht immer so sein, es geht vorüber. Wenn wir gerade nicht im Homeoffice arbeiten können, dann ist das so, und vermutlich wird die Welt davon nicht untergehen.

Wir können uns Schritt für Schritt eine neue, überschaubare Sicherheit schaffen. Das Nötigste tun, so wie es auch ein Trauernder tun würde: für ausreichend Schlaf und Nahrung sorgen. Und gerade in Zeiten von social distancing es wichtig, dass wir die guten Kontakte, die wir haben, pflegen. Dass wir mit Menschen reden, denen gegenüber wir auch unsere Angst thematisieren, und deren Ängste wir ernst nehmen können, anstatt uns gegenseitig vorzumachen, dass wir ungebrochen gut drauf sind.

Wir können uns dem Aktivitätsdruck, der gerade durch die vielen Videos, Artikel, Anleitungen und To Do Lists entsteht, entziehen. Wir können zur Kenntnis nehmen, dass sich viele derzeit durch die extrovertierte Geschäftigkeit überfordert und abgehängt fühlen. Wir können darauf verzichten, diesen Druck für Andere zu erzeugen. Wir können zugeben, dass unser Urvertrauen in eine verlässliche Lebenswirklichkeit erschüttert ist. Wir können zugeben, dass unsere spirituellen Konzepte uns derzeit vielleicht weniger aufrichten, als wir erwartet hätten. Wir können aussprechen, dass uns das beschämt und dass es uns peinlich ist. Wir können uns eingestehen, dass wir uns den halben Tag lang damit plagen, dass wir uns doch eigentlich so oder so fühlen "müssten", es aber nicht tun.

Irgendwann kommt tatsächlich der Punkt, und das verdanken wir verlässlichen Prozessen in unserem Gehirn, dass die "neue Normalität" in unser Bewusstsein dringt. In der Trauer wäre das der Punkt, an dem man vollumfänglich anerkennt, dass der Verstorbene nicht wiederkommt, und dass Leben von nun an ein "Leben ohne" jemanden sein wird.

Ich sprach in meiner letzten Notiz von Resilienz. Resilienz ist eine Anpassungsleistung. Wie diese Anpassungsleistung beim Einzelnen aussieht, ist sehr unterschiedlich. Der eine liegt dafür vielleicht vier Wochen im Bett und misst seine inneren Abgründe aus. Der andere steht vielleicht an Tag 7 in der Küche und fängt an zu renovieren. Aber Anpassung setzt voraus, dass ich die Wirklichkeit, an die ich mich anpassen muss, bereitwillig zur Kenntnis nehme.

Seit Wochen versuchen Virologen wie Politiker mal mehr, mal weniger subtil, uns darauf einzustimmen, dass die Welt wie wir sie kannten, nicht einfach magisch wieder auftauchen wird, wenn 12 Wochen, 3 oder 6 Monate dieses Ausnahmezustandes vorübergegangen sind. Auch wenn wir wissen, dass Menschen nach überstandenen Krisen allzugern wieder in den gewohnten Trott verfallen, auch wenn wir wissen, dass das kapitalistische System, das sich derzeit als extrem fragil und krisenanfällig erfährt, sich höchstwahrscheinlich durch die Pandemie nicht überleben wird, können wir davon ausgehen, dass viele Dinge im Anschluss an diese Pandemie anders sein werden als wir sie kennen. Das fängt schon bei ganz kleinen Dingen an: möglicherweise werden wir hier künftig, ähnlich wie es in asiatischen Ländern üblich ist, des öfteren Gesichtsmasken im Straßenbild sehen.

Wie auch immer die Wirklichkeit nach dieser Pandemie aussehen wird - und ganz sicher gestalten wir sie mit - wir werden diese durchlebte Zeit nicht vergessen und sie wird etwas mit uns gemacht, sie wird uns verändert haben.

Veränderung ängstigt uns, denn wir lieben die Gewohnheit. Auch fernab von pandemischen Krisen haben wir das oft an uns beobachten können.

Fast möchte ich sagen: Das Mutigste was man derzeit tun kann, ist Angst zu haben.


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Kommentare: 4
  • #1

    Barbara Herrmann (Freitag, 03 April 2020 20:26)

    Wenn "das Fürchten lernen" heißt, zu begreifen, dass ich und meine Liebsten genauso sterblich sind wie jenes Rotkehlchen, das vor meinem Fenster von der Ewigkeit singt und doch kaum den nächsten Winter überdauert,
    wenn es heißt, anzuerkennen, dass auch mein Leben in Wirklichkeit gänzlich prekär ist - denn Leben lässt sich mit keinem Mittel auf Vorrat hamstern-,
    dann will ich mich dieser Furcht nicht verweigern.
    Denn ich ahne, dass dieses "von der Hand in den Mund"-Existieren eine Grundbedingung des Lebens an sich ist, die ich mit jeder Kreatur teile. Ja, es ist eine Ohnmacht darin und angstvolle Fragen , aber was könnte wertvoller und beglücken der sein, als in der Wirklichkeit der Lebensgesetze anzukommen und so mit allem Lebendigen verbunden zu sein.
    Und wer bin ich schon, dem Leben Bedingungen zu stellen ?
    Vielleicht sollten wir uns auch ein bisschen weniger wichtig nehmen. Das Leben ist was es ist und es ist eben nicht verfügbar sondern von Atemzug zu Atemzug ein Geschenk.
    Die Existenzanst mag mein treuer Begleiter bleiben, doch wenn ich am Waldrand stehe und das grüne Leben mich umarmt und durchströmt, dann ist auch diese Angst nur ein Teil des großen Lebenstanzes....


  • #2

    Rosalie (Freitag, 03 April 2020 20:33)

    Liebe Giannina, ich lese so gerne deine Beiträge. Sie helfen mir, mich in meiner Verletzlichkeit nicht ganz so einsam zu fühlen und es ist gut dass du daran erinnerst dass das mutige wahre Leben immer ALLES beinhaltet, bis in den Abgrund hinein. Um dann wieder aufzuerstehen. Danke!

  • #3

    Gerd (Samstag, 04 April 2020 14:09)

    @#1 danke Frau Barbara Herrman
    Sie sprechen mir aus der Seele. Wenn wir nicht lernen das Leben zu feiern statt uns selbst wird es weiter bergab mit uns gehen.

  • #4

    Julia (Montag, 06 April 2020 17:24)

    Liebe Giannina,
    danke für diesen wertvollen Beitrag! Neben Aktionismus und Coping-Strategien ist es immer wieder wichtig zu verstehen, zu fühlen, dass es absolut in Ordnung ist, sich zu fürchten und Angst zuzulassen und diese Gefühle nicht gleich „loswerden“ zu wollen, sondern sie zu fühlen. In dieser Phase befinde ich mich gerade, nachdem ich die letzten Wochen genutzt habe ‚Sinnvolles‘ zu tun und ich im
    Vertrauen war, ist es jetzt gerade nicht so. Und es wieder schwer, diese Gefühle zu akzeptieren und mit ihnen zu sein und mal keinen Plan zu haben, sondern sich alleine zu fühlen und sich zu fürchten. Aber so ist es nun und es geht vorbei! Es ist schön zu wissen, dass ich nicht alleine damit bin! Ich danke für diesen Beitrag!!!��

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