|
|
|
 |

WIE DER KLANG MICH
BELEBTE
Ich hatte viele glückliche
Momente in meinem Leben. Wenn ich mich erinnere, verbinde ich die
glücklichsten unter ihnen mit einer bewegenden Erfahrung von KLANG. Von
einigen möchte ich Dir erzählen.
DIE ORGEL
Ich
erinnere mich, als ich mit achtzehn Jahren das erste mal eine Kirchenorgel
in einer imposanten Kathedrale spielen durfte. Ich war verzaubert von den
zarten Flötenklängen, die aus diesem riesigen Instrument drangen und mein
Ohr umschmeichelten. Als ich dann aber alle Register zog und die Orgel all
ihre Kraft entfaltete, begann buchstäblich alles in mir zu schwingen. Mehr
noch, mir schien, dieser KLANG habe die Macht, in Winkel meines Herzens zu
dringen, die ich selbst noch nie erkundet hatte.
EIN KLANG
DES HIMMELS
Als ich
etwa 25 Jahre alt war, verließ ich im morgendlichen Zustand zwischen Schlaf
und Wachsein zum ersten mal meinen Körper. Ich wusste gar nicht wie mir
geschah, ich nahm meine Körperstarre wahr und wie mein Mund sich öffnete und
meine Seele mit einer Selbstverständlichkeit aus mir hinaus glitt, als müsse
das eben so sein. Was mich an dieser Erfahrung überwältigte, war dass ich
ganz Liebe war. Es gab nichts, was mein Urteil oder meine Kritik
herausgefordert hätte, als ich über mir schwebte – alles war gut. Aber auch
diese Erinnerung verbinde ich mit einem KLANG, denn ich hörte etwas
unvergesslich schönes, als ich so schwerelos schwebte. Ich hörte den KLANG
eines Saiteninstruments, eine so einfache und doch zutiefst bewegende
Melodie. Ich weiß nicht, wer diese Melodie spielte. Aber ich weiß, dass
diese Melodie für mich nach Heimat klang. |
 |